Bohren – aber richtig: So wird’s eine saubere Sache

Ein Loch in die Wand zu bohren, das kann doch nicht so schwer sein, oder? Im Prinzip nicht, aber wie so oft steckt der Teufel im Detail. Wer das Bohren richtig angeht, schützt sich vor bösen Überraschungen – etwa in Form von aufplatzenden Bohrlöchern oder undurchdringlichen Wänden.

Vor dem Bohren die Wand prüfen

Klar, man kann einfach drauflos bohren. Dann muss man aber auch in Kauf nehmen, dass der Heimwerkereinsatz im Fiasko endet. Vor dem Bohren sollte man checken, ob die gewählte Stelle überhaupt geeignet ist. Klingt die Wand beim Abklopfen hohl, sollte wenn irgendwie möglich ein anderer Wandabschnitt gewählt werden. Außerdem empfiehlt es sich, die betreffenden Bohrstellen hinsichtlich womöglich dahinterliegenden Wasser- und Stromleitungen abzuchecken. Für Vielbohrer lohnt sich da eventuell die Anschaffung eines Leitungssuchgeräts, das es im Baumarkt schon für vergleichsweise kleines Geld zu kaufen gibt.

Im Zweifel Probebohrung durchführen

Wer nicht weiß, aus welchem Material die Wand an den auserwählten Stellen besteht, sollte mit einem kleinen Bohraufsatz eine Probebohrung durchführen. Bleibt dabei feines weißes Bohrmehl am Bohrer kleben, besteht die Wand wahrscheinlich aus Gipskarton – kein guter Untergrund für Dübel, es drohen aufplatzende Bohrlöcher. Ist das Bohrmehl ganz besonders fein und rieselig, zudem weiß bis hellgrau, deutet das auf Beton hin. Hier kommt man nur mit einem leistungsstarken Bohrer durch, benötigt in der Regel einen Bohrhammer.

Wie tief man bohren sollte, steht zumeist auf der Verpackung der auserwählten Dübel. Faustregel: Das Bohrloch muss immer etwas tiefer sein als der Dübel lang ist. Sind die Wände porös oder besonders weich, sollte das Bohrloch etwa einen Millimeter schmaler als der Dübel sein.

Bohrer im 90-Grad-Winkel ansetzen

Damit der Bohrer nicht abrutscht, sollte man ihn immer im rechten Winkel zur Wand ansetzen. Erst dann wird die Bohrmaschine angeschmissen – und man bohrt sich sachte voran. Greift der Bohrer, geht es mit etwas Druck weiter. Weiterer Vorteil des Ansetzens im rechten Winkel: Hält man den Bohrer gerade, gibt’s keine schiefen Bohrlöcher.

Staubauffangen leicht gemacht

Damit sich Staub und Bohrmehl nicht im halben Raum ausbreiten, kann während des Bohrens ein Staubsauger zum Einsatz kommen. Dafür ist aber eine helfende Hand vonnöten. Wer als Einzelkämpfer bohrt, kann sich mit einem Trick behelfen: einfach einen Briefumschlag, einen Gefrierbeutel oder eine kleine Plastiktüte mit der Öffnung nach oben als Auffangbehälter knapp unter das Bohrloch kleben.


Bildquelle: Fotolia, 15621246, NilsZ

Heimwerker