Kaputte Fliesen austauschen Schritt für Schritt

Eine defekte Fliese auszutauschen, ist mit dem richtigen Werkzeug und ein wenig Geschick einfacher, als man denkt. Wichtig ist vor allem ein ruhiges und konzentriertes Arbeiten.

Ruhe und Konzentration könnten auch schon helfen, den Defekt einer Fliese von vornherein zu verhindern: Eine unbedachte Bewegung, mit der man einen schweren Gegenstand vom Küchentisch oder vom Badschrank fegt – Und schon hat sich ein hässlicher Sprung im Boden gebildet. Zeigt sich dieser nur als feiner Haarriss, könnte das Streichen der Fliesen eine Alternative zum Verlegen eines neuen Bodenbelags sein. Ansonsten genügt es oft auch, nur die defekte Fliese auszutauschen, sofern die verwendeten Materialien noch verfügbar sind.

Kaputte Fliesen austauschen: Die Vorarbeit

Zunächst muss die betreffende Fliese gesäubert und freigelegt werden. Dazu ist es vor allem notwendig, den Fugenmörtel vollständig zu durchtrennen, bevor man die Fliese zu zertrümern beginnt. Denn würde die Fliese noch an den benachbarten hängen, wenn man ihr schließlich mit dem Hammer zu Leibe rückt, könnten über den Mörtel die Schwingungen übertragen und so Risse in den anderen Fliesen verursacht werden.

Man nehme also zunächst einen elektrischen Fliesenschneider, alternativ auch einen Winkelschleifer mit Diamant-Trennscheibe, und trenne sorgfältig die Fuge der Längsseite nach auf. Am besten arbeitet man dabei in der Mitte der Fuge, so ist das Risiko, aus Versehen eine der Fliesen zu erwischen, am geringsten. Gehen Sie dabei sicher, dass die Fuge wirklich vollständig freigelegt ist, bevor Sie mit dem Zertrümmern der Fliese beginnen.

Die kaputte Fliese sorgsam entfernen

Ein Hammer und eventuell ein Meißel zerlegen die kaputte Fliese im Anschluss endgültig in mehrere Einzelteile. So ist das Entfernen der Kachel aus dem Boden sehr viel einfacher. Hat man ein Bruchstück vom Untergrund gelöst, kann man den Meißel vorsichtig am Rand der Bruchstelle ansetzen und ihn mit gezielten Hammerschlägen unter den Rest der Fliese treiben und diese so endgültig lösen. Hierbei muss man jedoch vorsichtig sein, um nicht aus Versehen mit dem Meißel abzurutschen und eine weitere Fliese zu beschädigen.

Ist die Kachel vollständig gelöst, müssen auch die letzten Reste des Mörtels und gegebenenfalls des Fliesenklebers aus der Bruchstelle entfernt werden. Abschließend wird mit einem Staubsauger noch jeder verbliebene Krümel, jedes Staubkorn beseitigt. Nun ist der Untergrund bereit zum Verlegen einer neuen Fliese.

Die kaputte Fliese gegen eine neue austauschen

Ab hier funktioniert der Fliesentausch wie beim ersten Verlegen, nur dass man eben lediglich einen kleinen Teil des Bodens bearbeitet. Dieser wird mit Tief- oder Haftgrund vorbereitet und muss anschließend vollständig austrocknen, bevor man mit einem Zahnspachtel vorsichtig den Fliesenkleber aufträgt. Für solche Teilarbeiten gibt es bereits gebrauchsfertige Dispersionskleber in kleinen Mengen.

Sollte etwas von der Masse auf die umliegenden Fliesen geraten, ist es ratsam, diese mit einem feuchten Tuch sofort zu entfernen. Dann wird die neue Fliese vorsichtig in die Lücke platziert. Dabei sollte man nicht sofort zu fest zudrücken, damit die Fliese nicht zu tief in ihr Bett einsinkt. Vielmehr wird sie gleichmäßig und Schritt für Schritt festgedrückt, bis sie dem Höhenniveau des restlichen Bodens entspricht. Gleichzeit sollte sie sanft so verschoben werden, dass die Fugen ringsherum dieselbe Breite erhalten.

Überschüssiger Fliesenkleber wird nun erneut sofort entfernt, danach ist etwas Geduld gefragt, bis der Kleber vollständig getrocknet ist. Abschließend schließt man die Fugen mit geeignetem Mörtel, den man am besten mit Hilfe eines Fugengummis aufträgt. Wenn der Mörtel langsam trocknet, werden überschüssige Reste sorgfältig mit einem Tuch und lauwarmem Wasser von den Fliesen gewaschen. Achten Sie aber darauf, nicht den Mörtel aus den Fugen herauszuwaschen. Ist schließlich alles vollständig ausgetrocknet, ist der Fliesentausch perfekt und der Boden sieht wieder aus wie neu.

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