Das Raumklima

Dem Raumklima kommt eine ganz besondere Bedeutung im Hinblick auf die Behaglichkeit und die Wohnqualität zu. Bestimmt wird das Raumklima in der Hauptsache durch die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit. Aber auch die chemische Zusammensetzung der Luft (Schadstoffe, Geruchsbelästigungen), abweichende Oberflächentemperaturen an Wänden, Fußböden und Möbeln, Zugluft und Strahlenwärme (Sonneneinstrahlung, künstliches Licht) müssen beachtet werden.

So sollte die geeignete Raumtemperatur aussehen

Das optimale Raumklima ist natürlich immer auch individuell abhängig vom Empfinden der Bewohner. Trotzdem gibt es einige generelle Vorgaben hinsichtlich der Raumluft-Temperatur, die man beachten sollte. Wohnräume sollte immer eine Mindesttemperatur von 21 Grad Celsius haben. Dabei darf die Temperaturdifferenz zwischen dem Fußboden und der Kopfhöhe (durchschnittlich bei 1,70 Meter Messhöhe) nicht mehr als vier Grad Celsius betragen. Höhere Differenzen werden als unangenehm empfunden. Um das Raumklima entsprechend anzupassen, muss gegebenenfalls die Erwärmungsstrategie überdacht werden. In der Küche genügt eine Temperatur zwischen 19 und 21 Grad Celsius. Hier ist für ein optimales Raumklima auch eine gute Entlüftung notwendig, um den Einfluss von Kochdämpfen oder Bachofentemperaturen zu reduzieren. Für eine gute Schlafqualität sollte der Wärmebereich in Schlafräumen zwischen 16 und 18 Grad Celsius liegen. Aus Energieeffizienzgründen arbeiten die meisten Heizsysteme mit einer Nachtabsenkung. Diese sollte allerdings nicht mehr als vier bis fünf Grad Celsius betragen, um ein Auskühlen der Wohnräume zu verhindern.

Weitere temperaturbedingte Einflüsse auf das Raumklima

Nicht unterschätzt werden sollte die Strahlungstemperatur. Dabei sollten Abweichungen an Fenstern maximal sechs Grad und an Wänden maximal zwei Grad Celsius im Verhältnis zur normalen Raumtemperatur betragen. Messen lassen sich die Unterschiede der Strahlungstemperatur optimal mit einem Infrarot-Thermometer. Wenn die Abstrahlung von Wärme zu hoch ist, muss man eventuell über eine bessere Wandisolierung oder den Einbau neuer Fenster mit einem günstigeren K-Wert nachdenken. Auch bei der Einrichtung sollte die Strahlungswärme berücksichtigt werden. So gehören Betten nicht an eine Außenwand. Die von vielen Menschen sehr geliebte Fußbodenheizung kann sich auch nachteilig auf das temperaturabhängige Raumklima auswirken. Fußbodenheizungen funktionieren über Wärmeabstrahlung. Dabei wird ausschließlich die Bodenfläche beheizt. Dies führt zu einer vermehrten Aufwirbelung von Staub, die das Raumklima besonders für Allergiker negativ beeinflusst. Erreicht die Heiztemperatur im Fußboden mehr als 26 Grad Celsius, kann dies sogar Auswirkungen auf das körperliche Wohlbefinden haben. Die Beine werden schwer und die Füße können anschwellen.

Kältebrücken sind eigentlich Wärmebrücken

Im Volksmund werden sie als Kältebrücken bezeichnet: Schwachstellen, an denen die warme Raumluft auf kalte Ableitflächen trifft und Kondenswasser bildet. Eigentlich handelt es sich aber um Wärmebrücken. Physikalisch betrachtet steht die Kälte, während die Wärme wandert. Das Kondenswasser, das hier entsteht, hat entscheidenden Einfluss auf die Luftfeuchtigkeit und damit auch auf das Raumklima. Ein optimales Raumklima besteht, wenn die Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 45 Prozent liegt. Dieser Wert ist ein Kompromiss zwischen dem Luftfeuchtigkeitsbedarf des Menschen, der etwas niedriger liegt und dem Entstehen von Schimmelpilzen oder Milben, die eine höhere Luftfeuchtigkeit für ihre Entwicklung und Ansiedlung benötigen würden. Mithilfe eines guten Hygrometers lässt sich die relative Luftfeuchtigkeit messen. Liegt der Wert zu hoch, kann man das Raumklima durch den Einsatz von hochwertigen Klimageräten und Tapeten auf saugfähigem Untergrund positiv beeinflussen.

Bildquelle: Achim Banck – Fotolia.com

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